Neues aus der Akademie

Schreiben wie auf Speed

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Autoren und Autorinnen kennen es: Tagelang geht gar nichts, kein Wort passt, nichts läuft. Und dann wieder schreiben wir, als wären wir auf Speed. Was manchmal super wirkt, kann aber auch anstrengend werden.

Oft genug ist das Schreibleben mühsam: Man hantelt sich von Zeile zu Zeile, schafft mühsam eine Seite. Dazwischen fragt man sich, wozu das alles überhaupt. Man steht drölfzig Mal auf, schaut aus dem Fenster, auf der Suche nach Ideen. Aber nichts, nada.

Und dann gibt es die anderen Tage. Es flutscht nur so. Zeile um Zeile, was heißt Zeile - seitenweise ergießt sich der Text wie von selbst aufs Papier (in den PC klingt jetzt nicht so schön, oder?). Schlafen? Später! Kaffee, noch einer, noch zwei. Eine Pause? Nicht nötig. Schnell ein Brot. Und dann umfallen, spät am Abend. Die Gedanken an die Geschichte begleiten einen mit in den Schlaf. Manchmal ist man munter und muss sich schnell eine Notiz machen. Und am Morgen weiter, immer weiter. Es ist Schreiben wie auf Speed. Warum aufhören, wenn es doch so gut läuft? Man muss den Flow doch nützen, auf der Welle reiten! Und womöglich ist die Deadline schon bald ...

Aber dann ...

Aber ... irgendwann gehts dann doch nicht mehr. Man ist ausgelaugt, müde, nichts geht. Jede Zeile ist wieder Qual. Das Manuskript wird vielleicht fertig, oder auch nicht. Alles stockt.

Man fühlt sich ausgebrannt. Leer. War das je was, das Schreiben? Wozu tut man sich das an?

War das Schreiben wie auf Speed vielleicht doch nicht so gut?

Lieber so?

Meine Erfahrung ist, dass dieses getriebene Schreiben nicht so gut tut. Vielleicht eine Stunde oder einen Vormittag lang, aber nicht für länger.

Was aber tun dagegen? Ich habe ein bisschen gesammelt:

  • Sich eine bestimmte Anzahl Seiten/Szenen pro Tag vornehmen. Wenn sie fertig sind - aufhören für diesen Tag. Rausgehen oder sonst etwas machen, was Freizeitvergnügen ist.
  • Gottverdammte Pausen machen! Klingt banal, ist aber wesentlich. Nach 1h aufstehen, nach 2h eine längere Pause. Notfalls mit Erinnerung am Handy. Oder am Beginn des Schreibens auf die Uhr schauen, 2h Schreibzeit vornehmen.
  • Feierabend! Es gibt ein Leben jenseits des Schreibens, auch wenn man es kaum glauben sollte. Macht euch regelmäßig mit Leuten was aus, dann müsst ihr raus aus dem Alltag/Schreibleben/der Wohnung. :-)
  • Und letztlich: Das Ganze nicht ganz so bierernst nehmen. Ja, Ziele sind super, ohne Ziele läuft es auch nicht. Aber niemand wird danach fragen, ob Ihr Euer Buch in 3 oder 6 oder 24 Monaten fertig geschrieben habt.
  • Das Leben ist mehr als Schreiben, stimmts? Überlegt euch mal, was Ihr sonst noch gern macht - was Euch ausmacht. Was sind Eure Interessen? Geht ihnen nach. Macht Picknicks, tratscht mit Leuten, geht in eine Ausstellung. Egal. Sport ist auch nicht ganz schlecht, als Ausgleich wichtig.
  • Auf ein Projekt konzentrieren. Man kann vielleicht auch 2 schaffen, aber dann wirds schon verrückter. Denkt an die 1000 Hochzeiten, auf denen noch nie wer zugleich war. ;-)
  • Pläne für danach - Belohnungen. Wenn wirklich mal eine Zeit lang viel zu tun ist: Schreibt auf einem Wunschzettel auf, was ihr euch danach vornehmt! Sehr konkret. Also: einen Tagesausflug an den See machen zum Beispiel. Oder das Buch XY lesen.
  • Und wenn das Manuskript fertig ist: Ordentlich feiern!

Fällt Euch noch mehr dazu ein?

Was unternehmt Ihr, um nicht völlig auszubrennen?

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